Kiebitz sicher erkennen
Sein wissenschaftlicher Name ist 'Vanellus vanellus', aus der Familie der Regenpfeifer (Ordnung der Regenpfeiferartigen)
Wie ich aussehe
Der Kiebitz ist etwa so groß wie eine Taube.
Er hat eine robuste Erscheinung mit dünnen Beinen.
Erkennbar ist er an seiner langen, dünnen und gebogenen Haube.
Sein Gefieder ist schwarz und weiß mit metallischen Schimmern in Grün und Purpur auf der Oberseite.
Seine Flügel haben eine besondere Form, breit und spachtelförmig.
Im Prachtkleid haben die Männchen eine längere Haube und tiefschwarze Kehle und Gesicht.
Das Weibchen hat eine kürzere Haube, eine schwarze Stirn, aber eine schwarz-weiße Kehle.
Im Schlichtkleid sind der vordere Hals und das Kinn weiß, es gibt etwas Rotbraun am Kopf und hellbraune Ränder auf der Oberseite des Körpers.
Die Jungvögel haben eine kürzere Haube und ein schuppiges Aussehen auf der Oberseite.
Meine Lieder, meine Rufe
Auf seinem Brutplatz erkennt man den Kiebitz an seinem "jodelnden" Gesang mit plötzlichen Höhen- und Tiefenschwankungen. "criarrh wewe criou ouit ouit".
Im Flug produziert er einen hohen, rauen Alarmruf "thèè-éch". Er dient auch als Kontaktlaut zwischen den Individuen, zum Beispiel bei nächtlichen Wanderungen.
Während des Balzflugs praktizieren die Männchen jodelnde Gesänge mit plötzlichen Höhen- und Tiefenschwankungen. Die lauten Flügelschläge dienen auch zur Markierung ihres Territoriums. "woup woup woup…"
Hier hört man Rufe im Flug "thèè-èch", gefolgt von dem Gesang eines Männchens mit seinen plötzlichen Schwankungen und elektronischen Klängen.
Wie ich mich verhalte
Der Kiebitz fliegt leicht mit langsamen und wenigen Flügelschlägen dank seiner breiten Flügel.
Man sieht ihn oft in großen Gruppen, besonders im Winter. Aus der Ferne scheint die Gruppe zu "blinken" durch ihre kontrastierenden Farben.
Die Gruppe ist perfekt synchronisiert im Flug bei der Abwehr eines Raubvogels wie einem Falken.
Wie ich mich fortpflanze
Der Kiebitz ist ein häufiger Brutvogel in offenen Lebensräumen (im Landesinneren und an den Küsten).
Er brütet einzeln oder in lockeren kleinen Kolonien.
Sein Nest ist eine einfache Mulde im Boden, ausgekleidet mit Pflanzenmaterial. Es ist so platziert, dass eine gute Sicht auf die Umgebung gewährleistet ist.
Die Küken sind beige mit schwarzen Flecken. Sie verschmelzen leicht mit dem Boden, um nicht entdeckt zu werden.
Die Männchen zeigen einen akrobatischen Balzflug. Sie stürzen sich, steigen auf und kippen von einer Flügelspitze zur anderen mit ihrem jodelnden Gesang.
Diese Balzflüge sind laut und dienen der Territoriumsmarkierung. "woup woup woup…"
Das Weibchen legt manchmal ein Ei in das Nest einer anderen Art wie dem Uferschnepfe oder dem Rotschenkel.
Sie legt ein bis zwei Gelege pro Jahr, aber es gibt häufig ein Ersatzgelege, wenn das erste verloren geht.
Was ich esse
Der Kiebitz ist ein Watvogel. Er lebt und ernährt sich auf dem Schlamm dank seiner Beine und seines Schnabels, die an feuchte und schlammige Lebensräume angepasst sind.
So ernährt er sich von Würmern und Insekten.
Er untersucht den Boden mit seinem Schnabel und findet seine Beute durch Tasten.
In seichtem Wasser rührt er mit seinem Fuß den Boden auf, um die Beute zu bewegen und zu lokalisieren.
Er jagt auch nachts nach Regenwürmern, die an die Oberfläche kommen.
Wo man mich findet
Man findet ihn in Feldern, Küstenwiesen, Weiden, in der Nähe von Teichen.
Im Winter bildet er große Gruppen in Feldern und Sümpfen.
Er kann standorttreu sein, wie im Westen und Süden Europas (in England, Frankreich, Spanien).
Er kann zugvogel sein, wie im Norden und Osten Europas.
Er lebt etwa dreiundzwanzig Jahre.